Rückblick auf die 1. Eppstein-Games

Die 1. Eppstein-Games sind erfolgreich zu Ende gegangen. Die Presse war auch vor Ort und hat berichtet. 

 

Eppsteiner Zeitung (3. Oktober 2018): Wettkämpfe mit Seilen, Steinen, Fässern und Ästen

Bei strahlendem Sonnenschein richtete die TSG Eppstein zusammen mit dem Förderkreis Pro Leichtathletik am vergangenen Sonntag zum ersten Mal die Eppstein-Games aus.

Bei der gut sechsstündigen Veranstaltung bot sich ein ungewöhnliches Bild: Statt Hürden, Wurfhammer oder Diskus hatte die TSG auf ihrem Sportplatz auf dem Bienroth Utensilien wie Holzstämme, Steine, Äste und Fässer als Sportgeräte verteilt. Die Idee, Highland-Games in den Eppsteiner „Highlands“ zu veranstalten, gab es schon vor einigen Jahren, erinnerten sich Manfred Helbig und Klaus Steinfurth, schließlich gehört der Sportplatz der TSG zu den höchst gelegenen Plätzen in Eppstein. Den endgültigen Anstoß, die Eppstein-Games in diesem Jahr zu verwirklichen, gaben Veranstaltungen wie die Mainland Games bei Rüsselsheim, das Wegfallen des Radrennens und die 700-Jahr-Feier der Stadt Eppstein.

Dass die Resonanz mit 80 Teilnehmern noch ausbaufähig ist, machte gar nichts: „So konnten wir uns erst einmal an diese Veranstaltung herantasten“, führte Helbig aus. Er freute sich über die große Altersspanne. Die jüngste Teilnehmerin war 14 Jahre alt, die älteste 67.

Die Disziplinen lehnten sich an die traditionellen, Schottischen Highland Games an, waren allerdings für ein breites Teilnehmerfeld ausgelegt. Die Sportler traten als Einzelkämpfer oder in Zweier- und Viererteams an. Beim Baumstammbalancieren etwa musste jeder Teilnehmer zwei Baumstümpfe, die an einem Griff aus Ketten hingen, über einen Baumstamm balancieren, sein Teamkollege balancierte wieder zurück. Wer daneben trat, musste eine Strafrunde absolvieren. Die Stimmung war familiär, jeder klatschte für jeden, man feuerte sich gegenseitig an. „Schon bei unseren Probeläufe vor zwei Wochen, war uns klar, hier wird jeder Spaß haben!“, sah sich Helbig bestätigt.

„Jeder Teilnehmer hat die gleichen, fairen Chancen“, beobachtete Leichtathletin Maria Antonia Speck, die wie Nicole Pasker den Teams die Disziplinen erklärte. „Es gab Neulinge, die den Parcours mit Bravour bestanden haben, aber auch für trainierte Athleten wurden die Games nicht langweilig.“, fuhr sie fort. So gab es beim Natursteinstoßen verschiedene Gewichtsklassen der Steine, beim Hammerhold – oder Maßkrug-stemmen, wie es einer der Teilnehmer scherzhaft nannte – verschieden schwere „Hämmer“. Beim Ast-Zielwurf mussten die Sportler einen Schaumstoffwürfel treffen. Für Männer, Frauen und Kinder gab es jeweils einen passenden Ast.

Leichtathlet Konstantin Steinfurth moderierte die Veranstaltung souverän und brachte das Publikum immer wieder dazu, die Sportler anzufeuern. Der im Kilt gekleidete Bertram Neubert war Kampfrichter und Motivator.

„Organisatorisch war die Veranstaltung eine echte Herausforderung! Wir mussten erstmal schauen, was wir für eine solche Veranstaltung alles benötigen und vor allem, wo wir es herbekommen.“, so Neubert, der gemeinsam mit Klaus Steinfurth das Spielfest mehrere Monate lang vorbereitete. „Besonders schwierig war es, richtige Holzfässer fürs Fassrollen zu beschaffen. Wir mussten sie letztlich von einem Fassbauer aus dem Münchener Raum holen.“ Besonders glücklich war er über die hervorragende Teamarbeit im Verein. „Jeder wusste, was er tun musste und packte mit an!“, so Neubert.

Die Flyer sowie Pressearbeit erledigte Nicole Pasker, für Social Media ist Maria Antonia Speck verantwortlich. Das Wetter spielte den Organisatoren – anders als beim Abturnen, das am Sonntag zuvor wegen Regens ausfiel – auch in die Karten. Materialien, wie etwa die Steine, Baumstämme und Stümpfe sowie die Äste kamen aus den eigenen Gärten, vom Sportplatz oder vom Forstamt. „Beim nächsten Mal müssen wir nur noch in unser Lager und die Sachen rausholen“, waren sich Neubert, Steinfurth und Helbig einig.

Im Teamkampf belegte „Team Elektro Alter“ den ersten Platz, gefolgt vom Team „Good Hope“ aus dem Asylkreis mit Gerd Fonzen, den dritten Platz belegten „die Kelkis“.Im Einzelkampf gewann Markus Manhold, Zweiter wurde Ralf Jürgen, Dritte Simone Bürgstein. Beim Tauziehen gewann das Team Eppstein, „Good Hope“ belegte den zweiten, „Die Abzieher“ den dritten Platz. Besonders gut „abgeräumt“ hat Markus Manhold, der im Teamkampf mit „Elektro Alter“, im Einzelkampf und zum Schluss auch noch im Seilziehen mit seinem „Team Eppstein“ gewann. Für die Preise habe er gute Verwendung, so will er das Candlelightdinner am Kaisertempel mit seiner Freundin genießen und das Fass Bier bei seiner bald anstehenden Geburtstagsfeier anstechen.

Für Organisatoren und die meisten Teilnehmer stand fest: Die Eppstein Games werden wiederholt. „Vielleicht gibt’s nächstes Mal noch Minigames, wie Gummistiefelweitwurf oder so – eben was für die Kleinsten.“, sagte Silke Speck, die das Startgeld kassierte. Sämtliche Einnahmen sind für den Leichtathletik-Förderkreis bestimmt.

 

Höchster Kreisblatt (4. Oktober 2018): Zur 700-Jahr-Feier gibt es einen Wettbewerb nach schottischem VorbildHöchster Kreisblatt

Die 700-Jahr-Feier Eppsteins bietet wahrlich Abwechslung. So hat der Förderkreis Pro-Leichtathletik sich einen besonderen Wettbewerb einfallen lassen.

Gut, Parallelen zwischen Eppstein und dem schottischen Hochland (Highlands) liegen nicht sofort auf der Hand. Oder doch? Genauer überlegt, haben einst in Eppstein unerschrockene Ritter im Kampf ihre Stärke bewiesen. Zudem ist die Stadt in Berghänge eingebettet. Genauso haben sich die Bewohner der Highlands als robust erwiesen. Vor langer Zeit gingen sie dazu über, ihre immense Stärke und ihren Willen miteinander zu messen.

Speere und Steine

Der Förderkreis Pro-Leichtathletik Eppstein hatte die Idee, zum Jubiläum „700 Jahre Eppstein“ die Tradition der schottischen Clans aufzunehmen und die ersten „Eppstein Games“ anzubieten. „So stark wie die Highlander müssen unsere Teilnehmer aber nicht sein“, sagt Bertram Neubert und schmunzelt. Passend zum Ereignis trägt er einen Schottenrock. Neubert und sein Trainer Klaus Steinfurth entwickelten einen sportlichen Wettkampf, der zwar Elemente der Leichtathletik einbindet, aber mit traditionellen Hilfsmitteln wie Holzspeeren und Steinbrocken auskommt. „Der Vorschlag kam gut an“, so die Organisatoren. Bertram Neubert bringt Erfahrung auf dem Gebiet der schottischen Sportdisziplin mit. „Ich habe vor 15 Jahren in Wiesbaden eine ähnliche Veranstaltung organisiert und dabei meine heutige Frau Jutta kennengelernt“, sagt er. Jutta Neubert ist heute Preisrichterin der „Eppstein Games“, bei denen vor allem der Spaß am Sport nicht zu kurz kommen soll. „Wir möchten mal etwas anderes anbieten. Die Disziplinen sprechen auch junge Leute an“, sagt sie. Jutta Neubert hofft, dass über die „Eppstein Games“ auch neue Vereinsmitglieder in der Leichtathletik gewonnen werden. „Wir haben Gruppen und Einzelpersonen, die teilnehmen, bieten aber auch noch Tauziehen als Alternative“, erklärt Bertram Neubert.

Spontan mitgemacht

Vier Disziplinen gilt es möglichst fehlerfrei und schnell zu absolvieren. „Zunächst müssen die Teilnehmer ihr Geschick im ,Baumstamm-Balancieren‘ messen“, so die Organisatoren. Die sich anschließende Disziplin „Baumstamm-Slalom“ erfordert Kraft und Weitsicht. Die Teilnehmer tragen einen Baumstamm auf der Schulter, der die Hindernisse nicht berühren darf. Knifflig erscheint die Herausforderung der Station „Ast-Zielwurf“. Hier ist eine genaue Wurftechnik und Kraft in den Armen gefragt. Besonders begehrt unter den Teilnehmern ist jedoch die letzte Disziplin: das „Fassrollen“. „Das Fass muss fehlerfrei um die aufgestellten gelben Pylonen gerollt werden“, weiß Bertram Neubert. Fünf Teams mit jeweils vier Leuten kommen teilweise an ihre sportlichen Grenzen. Zehn Einzelstarter testen ihr sportliches Geschick gegeneinander. Auch die Zwillinge Felix und Florian finden Gefallen am Eppstein-Cup und planen, sich noch anzumelden. „Ich bin hier im Verein Mitglied und finde das eine tolle Sache. Da habe ich meine Jungs kurzerhand mitgebracht“, erklärt Vater Ralph. Den ersten Platz als Einzelsieger belegt Markus Manhold. Im Tauziehen siegt eine fünfköpfige Truppe von den Leichtathleten der TSG Eppstein mit einem Kollegen der Eppsteiner Zeitung. Der erste Platz in der Teamwertung geht an die vier starken Jungs von „Strong Vikings“. Markus Manhold, Alexander Heyderich, Dominik Gloger und Sebastian Stoll arbeiten in der Elektrobranche und kennen sich über ihren Arbeitgeber. Dass sie den ersten Platz der „Eppstein Games“ holen, löst Jubel aus.