Bestweite beim ersten Wurf im neuen Käfig

Nach rund 700 Arbeitsstunden von 20 Helfern war es vollbracht: Der neue Diskus- und Hammerwurfkäfig der TSG Eppstein wurde am vergangenen Mittwoch auf dem Sportplatz am Bienroth bei bestem Wetter eingeweiht. Zuvor waren kubikmeterweise Erde und Fels, Beton, Muttererde und Schotter bewegt worden.

 

Rund 5000 Euro sparten die Helfer dem Verein durch Eigenleistung, 5000 Euro übernahm der Landessportverband Hessen, die restlichen 10000 Euro finanziert die TSG Eppstein.

Beeindruckend sieht der neue Stolz der Rasenkraftsportler aus: Dichter Rollrasen umschließt den ebenfalls neu betonierten Abwurfring. Die zehn Stäbe, die das Wurfnetz halten, sind tief im felsigen Boden des Bienroths verankert. Für jedes Fundament mussten die Helfer einen Kubikmeter Felsen und Mutterboden mit dem Presslufthammer herausstemmen.

Im steilen Bogen erhebt sich das Fangnetz jetzt von sieben auf zehn Meter am Ausstrittssektor. Damit ist die Anlage fast doppelt so hoch wie das alte Fangnetz mit seinen gut fünf Metern. Die beiden Seitenflügel lassen sich aufrollen und schließen. Die neue Höhe entspricht internationalen Wettkampfstandards.

 

Eppstein sei zwar nicht Austragungsort von Olympia, scherzte Leichtathletik-Abteilungsleiter Manfred Helbig, aber Konstantin Steinfurth habe sich durch seine herausragenden Leistungen bereits bis in den deutschen C-Nationalkader hochgearbeitet. Das sei für sein Alter die höchstmögliche Stufe. Konstantin trainiere beim Bundestrainer und lerne die aktuellen Trainingsmethoden der Elite kennen, führte Helbig weiter aus. Diese Expertise wolle man nutzen und Eppstein zu einem Kompetenzzentrum für Werferdisziplinen bei den kooperierenden Vereinen Kelkheim und Niederjosbach ausbauen. Die Leichtathleten dieser Vereine starten als LG Eppstein-Kelkheim schon seit einigen Jahren gemeinsam.

Nachdem Vereinsvorsitzender Albert Marthaler gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Simon und Trainer Klaus Steinfurth das Einweihungsband durchtrennt hatten, zeigte Konstantin Steinfurth, wie gut er derzeit in Form ist. Zur Eröffnung des Werfertages schleuderte er außer Konkurrenz den sechs Kilogramm schweren Hammer 65,60 Meter weit. Dies übertraf seine bisherige persönliche Bestleistung. Nach diesem Schau-Werfen hatten etliche Elite-Werfer aus Hessen Gelegenheit, den neuen Wurfkäfig zu testen.

Nach den Durchgängen der Meisterklasse war klar, selbst bei den Elitesportlern landet der Diskus hin und wieder im Netz. Die Werferdisziplinen sind technisch anspruchsvoll. Jeder Schritt im Ring wird millimetergenau abgezirkelt, die Fingerspitzen rollen den Diskus beim Abwurf nach außen, gesteuert wird mit Daumendruck, jede Bewegung nimmt Einfluss auf Flugbahn und damit auf die Weite.

Auch einige Kommunalpolitiker probierten die Sportart mit ihren komplexen Abläufen aus. Dieter Falk gewann mit 19,66 m. Thomas Dürrich lag knapp hinter dem zweitplatzierten Alexander Simon. 

Bilder zur Einweihung des Wurfkäfigs

Text: Eppsteiner Zeitung